Impact Acceleration Programm

Kurz nach unserer Entscheidung, Teil des weltweiten Impact Hub Netzwerkes zu werden, haben wir uns nach einem passenden Angebot in unserer Region umgesehen. Bereits einige Monate zuvor kam Alex Koll, der damalige Leiter der Werkstätte Wattens und heutige Vorstand unseres Trägervereins, auf Jana und Alex zu, um über eine Kooperation zu sprechen. Die Werkstätte Wattens war zu diesem Zeitpunkt mit ihrer Mission, Innovationen am Standort Wattens zu ermöglichen und vielversprechende Projekte anzusiedeln, einigermaßen erfolgreich. Es stellte sich die Frage, ob man sich weiterhin auf Wachstum, Wachstum, Wachstum konzentrieren oder sich irgendwann die Frage stellen sollte, welche Form von Wachstum und welche Projekte man unterstützen möchte. So saßen wir eines Tages im “Talschluss” der Werkstätte Wattens. Alex Koll, Viko, die damalige Program und Community Managerin der WW, Jana, Alex und Charly und seine Frau Lisa, die beide in den letzten Jahren bereits Programme in Indien, Wien und Hawaii gestartet hatten. Nach 2-3 weiteren Treffen war die Idee und das Konzept von pioneer:impact geboren. Mit dem ersten Accelerator-Programm im Westen Österreichs, das sich speziell die Förderung von Startups mit sozialem und ökologischem Mehrwert zum Ziel gesetzt hat, versuchen wir seither, Tirol als Vorzeigebeispiel für impactgetriebenes Unternehmer:innentum zu etablieren.

Die Fuck Up Night steht für ehrliches Unternehmer:innentum, bei dem Scheitern nicht als Misserfolg, sondern als Learning gilt. Offen, ehrlich und persönlich ist es, was die Fuck Up Nights immer schon ausgemacht hat. Im März 2024 kam es zur Begegnung vom Impact Hub Tirol und dem Organisations Team der Fuck Up Nights Tirol. Schnell wurde klar: uns verbindet das gleiche Mindset, wenn es darum geht, offen und ehrlich vom Scheitern und daraus gewonnenen Erkenntnissen zu berichten. Drei enge Mitglieder des Impact Hubs; Laura Gruber, Engin Dogan und David Plaseller, erklärten sich sofort bereit, als Speaker auf der Bühne zu stehen. Sie begeisterten den bis auf den letzten Stuhl ausverkauften Saal mit ihrem Witz, ihren Emotionen und der reflektierten Art und Weise, wie sie impact-orientiertes wirtschaften betreiben.

Nicht nur Wissen und Inspiration wird im Impact Hub geteilt. Manchmal wird auch gemeinsam angepackt und so entstand das Kleidertauschevent “Tausch dich glücklich” als gemeinsame Initiative von Uptraded und wert.voll.vegan. Das Impact Startup Uptraded ist eine second-hand Kleidertauschapp, die sich zum Ziel gesetzt hat Fashion zu revolutionieren. Als pioneer:impact Alumni ist Gründerin Anna und ihr Team von Uptraded Community Mitglied der ersten Stunde. Sie hat schon Co-Founder im Hub gefunden und ist hier auch auf Anna von wert.voll.vegan gestoßen, mit der sie dann gemeinsam und mit Unterstützung des Impact Hubs ein Kleidertauschevent organisierte, an dem über 200 begeisterte Menschen dabei waren und über 1.000 Kleidungsstücke getauscht wurden. 

REPS ist ein von Alfons Huber gegründetes Energie Startup, das es sich zum Ziel gemacht hat, den Bereich Energy Harvesting zu revolutionieren. Nach 3 Jahren Forschung war das neu gegründete Unternehmen Teil des ersten Batches von pioneer:impact. Danach konnte es sich noch erfolgreich für die Teilnahme und das Preisgeld von Greenstart, einem Startup-Programm vom Impact Hub Vienna qualifizieren. Direkt nach dem Abschluss von pioneer:impact ging der Impact Hub Tirol mit REPS einen Kooperationsvertrag ein, der sicherstellt, dass REPS langfristig auf die Expertise aus dem Impact Hub Team und des Netzwerkes zurückgreifen kann. Nach erfolgreicher Fördermittelakquise für die Kooperation steht Alex dem Team von REPS bis zu 15 Stunden wöchentlich zur Verfügung, um dem Team bei der weiteren Entwicklung des Geschäftsmodells, bei der Fördermittelakquise und -Abrechnung und beim Fundraising zu helfen. 

Alex ist einer der Co-Gründer des Impact Hub Tirol. Er verantwortet im Hub den pioneer:impact Accelerator und begleitet auch sonst Startups von ihrer Idee bis hin zur Marktreife. Der studierte Energietechniker und -wirt ist fasziniert von Innovationen, die unsere Gesellschaft weiter voranbringen. Dabei ist es ihm einerlei, ob es sich um besonders innovative Geschäftsmodelle oder um innovative neue Technologien handelt. “Hauptsache, es geht was.“, meint er selbst.

Um direkt zu Beginn auf die häufigst gestellte Frage seit meiner Rückkehr aus Dubai einzugehen: Die Ergebnisse der COP 28, wie von Gernot Wagner im Standard zusammengefasst, sehe ich als einen positiven Schritt in die richtige Richtung. Und zum Austragungsort: Ich persönlich kann es mir nur schwer vorstellen, dass eine Konferenz in Berlin unter der Leitung von z.Bsp. Robert Habeck, zum ersten Mal in der Geschichte das Rückgrat der Wirtschaft der OPEC-Staaten – nämlich deren Öl und Gas – als die Hauptursache der Klimakrise erklären könnte. Dies insbesondere, wenn sie von einer Regierung mit grüner Beteiligung geführt wird, die noch bis 2038 den Abbau und die Verbrennung von Kohle im großen Stil unterstützt. Deswegen hat meiner Meinung nach Dubai etwas erreicht, das wohl nur dort möglich war. Den Antritt eines Gegenbeweises bleibe ich schuldig.

Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass ich zur COP fahre? Das hat mit den innovativen Startups zu tun, die wir im Impact Hub betreuen dürfen. Eines davon ist REPS. REPS steht für Road Energy Production System und ist ein von Alfons Huber entwickelter mechanischer Energiewandler, der auf Basis einer permanent-magnetischen Lagerung Schwingungen in elektrische Energie umwandeln kann.

Das klingt zuerst einmal nicht besonders spektakulär. Es sei denn, man ist sich bewusst darüber, wie viel Energie wir tagtäglich nicht nutzen, weil unsere Antriebe, Maschinen und Anlagen viel Energie “verlieren”, weil sie in Form von Reibung und Schwingungen nicht nur ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen.

Bislang kann diese verschwendete Energie nur in sehr kleinen Maßstäben zurückgewonnen werden. Das Feld, in dem sich REPS hier bewegt, wird Energy Harvesting, also Energie-Ernten genannt, und wird zurzeit über Piezo-Kristalle und Dynamo Prinzipien bewerkstelligt. Alfons hat mit dem Patent der permanentmagnetischen Lagerung nicht nur das Earnshaw-Theorem, mittlerweile gemessen und verifiziert, “ausgetrickst”, sondern damit auch eine Erfindung gemacht, die dieses ganze Feld in ganz andere Dimensionen bringen könnte.

Und das ist natürlich nicht nur uns beim Impact Hub aufgefallen, sondern hat vor allem international für Aufsehen gesorgt. So kam es auch, dass REPS von Advantage Austria, der Außenhandelsabteilung der Wirtschaftskammer, zu einer Mission nach Abu Dhabi und Dubai im Rahmen der COP 28 eingeladen wurde. Und Alfons hat mich eingeladen, Teil dieser Reise zu sein.

So kam es nun, dass ich etwas spontan und semi-vorbereitet am schneereichsten Tag des Jahres mit dem REPS-Team am Flughafen stehe und darauf warte in die Golf-Region zu fliegen, um dort “unsere” Technologie zu präsentieren. Wir alle vier waren ein wenig nervös, ist es doch für den Großteil von uns die erste Reise in diese Region und für uns alle, das erste Mal bei DER Klimakonferenz, dem Epizentrum der politischen Krisenabwehr.

Die Mission der Wirtschaftskammer brachte uns die ersten beiden Tage nach Abu Dhabi. Dort hatten wir die Möglichkeit uns mit Johannes Brunner, quasi unserem “Botschafter” der österreichischen Wirtschaft und Hauptorganisator der Reise, noch spät in der Nacht über die Region auszutauschen. Im Gespräch mit ihm merkten wir schnell, dass hier viel möglich ist, man aber auch genau wissen muss, was man hier machen kann und was man lieber bleiben lässt.

Der eine Tag, den wir zur Gänze in Abu Dhabi verbracht haben, war ein Tag voller Highlights. Unter Anleitung der sympathischen WK-Vizepräsidentin Carmen Goby startete der Tag mit einem Besuch in der International Renewable Energy Agency – kurz IRENA – um uns dort neue Studienergebnisse und Zielpfade der internationalen Organisation vorstellen zu lassen. Und als ob ich es bestellt hätte wurde in der ersten Diskussion der Mission direkt über grünen und blauen Wasserstoff debattiert. Eine Farbkombi, die uns später auch noch einmal begegnen wird. 

Nächster Programmpunkt war der Besuch in der Masdar City, einer “CO2-neutralen” Wissenschaftsstadt auf 6 Quadratkilometern, die zukünftig knapp 50.000 Menschen Wohn- und Arbeitsort sein soll. Geplant wurde das Ganze von Norman Foster, der Bau begann 2008 und bis 2030 sollte alles fertig sein. Die ganze Stadt strotzt gerade so vor Innovation, was vor allem daran auszumachen ist, dass an jeder Ecke ein neuer Prototyp von irgendeiner Technologie steht, der mal mehr und mal weniger zu gebrauchen ist. Das Motto hier: “Hauptsache wir sind die Ersten!“ 

Später am Abend dieses Tages wurde noch der Energy Globe Award im Rahmen eines Abendempfanges in unserem Hotelgarten (Dezember – kältester Monat – 26°C) verliehen. Der Blick in Alfons‘ Augen während der Trophäenübergabe verriet, dass sein Erfinderherz ein neues Ziel gefunden hatte. Ich tippe auf 2026. 

Architektur am EXPO Gelände

Die COP – The Conference of the Parties – selbst fand auf dem spektakulären Gelände der World EXPO 2020 statt. Nachdem wir im vollklimatisierten Bus und mit den mobilen Wifi-Routern der Wirtschaftskammer auf der einstündigen Reise von Abu Dhabi nach Dubai noch ausreichend Zeit hatten unsere Ziele zu reflektieren, unsere Dokumente durchzugehen, das Programm zu studieren und einen kleinen Powernap zu machen, waren wir endlich am Ort unserer Begierde angekommen. Aber zuerst hieß es einmal, sich anzustellen. Bereits in der Warteschlange wurde deutlich, wie divers diese Veranstaltung ist. Junge Menschen mit Demoschildern, alte Männer mit Aktentaschen, aus jeder Richtung kam eine andere Sprache und wir vier inmitten unserer Delegation gespannt, wie lange es noch dauern würde, bis wir auf dem Gelände sind.

Das Gelände ist in eine BLUE und eine GREEN Zone eingeteilt. In der blauen Zone finden die politischen Verhandlungen statt, während in der grünen Zone eine riesige Nachhaltigkeitsmesse stattfindet.  Sämtliche Unternehmen, vor allem aus der MENA-Region, die etwas auf sich halten und ihre Nachhaltigkeitsbestrebungen auf der ganz großen Bühne präsentieren wollen, sind hier vertreten. Die Tage zuvor haben wir noch eine wichtige Unterscheidung gelernt: Bei Anzugsträgern (nicht gegendert) sollten wir auf das Schuhwerk achten. Weiße Sneaker für politische Verhandler, Lack und Leder für Lobbyisten und Unternehmer. Da wir mit dem Ziel da waren, vor allem wirtschaftliche Kontakte zu schließen, hieß es nun, Ausschau nach Lack und Leder zu halten.

Zwischen riesigen futuristisch anmaßenden Gebäuden, Pavillons und Skulpturen verging der Tag auf der COP dann schnell: Eintritt über die Blue zone und kurze Möglichkeit für ein paar Erinnerungsfotos; Ein  österreichisches Startup besuchen, dass Flugtaxis entwickelt und in Kürze in der Golfregion an den Start gehen wird; Networking Im Startup-Areal, das ca. 100 GreenTec Startups und “Impact” Fonds umfasst; Eine Paneldiskussion zum Thema Wasserstoff verfolgen; und dann unser Höhepunkt:

Unseren Kontaktmann Adam (blauer Anzug, braune Lederschuhe) zu treffen und einen Vertrag zu unterzeichnen, den wir die 7 Monate zuvor verhandelt haben. Damit ist der Grundstein für einen Einstieg von REPS in die Golfregion beschlossen.

Adam Mills und Alfons Huber bei der Verrtagsunterzeichnung

Noch bevor wir Zeit hatten, unseren Tag zu verdauen, folgte schon das letzte offizielle

Highlight im Programm der Mission: Die Reception in Dubai. Nach den Grußworten von Johannes Brunner, Carmen Goby und dem österreichischem Botschafter in den UAE hieß es nun, mit den anderen Teilnehmer:innen, aber auch mit geladenen Gästen in den Austausch zu treten. Die Fülle an österreichischen Unternehmer:innen, die in den UAE ihre neue Heimat und/oder Geschäftsmöglichkeiten zu finden versuchen, war dabei besonders beeindruckend. Und das Schöne an dieser Veranstaltung: Die Bekämpfung der Klimakrise war hier in jedem Gespräch das übergeordnete Ziel.

Nach vielen fruchtvollen Gesprächen hieß es für unser kleines Team ein letztes Mal, an der Hotelbar unsere Eindrücke zu reflektieren, bevor wir am Morgen danach unsere Heimreise in das verschneite Tirol antreten. Während meine drei Freunde schon im Flieger nach München waren, nutzte ich meine verbleibende Zeit, um mir noch den Burj Khalifa anzuschauen. Ein obligatorisches Selfie mit dem Titel “Langes Glump vorm Langen Glump” (inspired by Daniel Steiner) durfte dabei natürlich nicht fehlen. Noch am Flughafen konnte ich eine Presseaussendung für unsere heimischen Medien entwerfen, die zu unserem Wohlwollen auch viel Anklang in der Tiroler Presse fand.

„Langes Glump vor langem Glump“

Mit fast zwei Monaten Abstand zu dieser politischen und wirtschaftlichen Großveranstaltung kann ich hier nun meine Learnings zusammenfassen:

– Die COP ist zwar viel Show, gerade nach außen, aber trotzdem finden sich hier 100.000 Menschen ein, die alle ihre eigenen Anliegen einbringen, aber ein gleiches Ziel haben: Die Klimakrise zu bekämpfen und dabei ihre Agenda nicht zu verlieren.

– Gerade weil die Klimakrise alle Lebensbereiche, Branchen und Länder betrifft, ist es wichtig, dass man regelmäßig so viele Stakeholder:innen zusammenbringt.

– Als Startup Lobbying zu betreiben, zahlt sich auch bereits in einem sehr frühen Stadium aus. Gerade wenn man eine Technologie entwickelt, die abhängig von Zulassungen und Regularien ist.

– Mit einer gemeinsamen Mission zu einem Business Event zu fahren, ist eine unterschätzte Möglichkeit des Team Buildings.

– Die Wirtschaftskammer ermöglicht viele Dinge, von denen man gerade als Erstgründer:in zu wenig erfährt, jedoch extrem hilfreich in der Weiterentwicklung sein können.

– Die UAE sind eine sehr spannende Region, jedoch mit sehr viel Vorsicht zu betrachten und auf keinen Fall ohne Unterstützung der österreichischen Vertreter:innen dort zu bewerkstelligen ist.

Mit diesen gesammelten Erfahrungen ist es nun Zeit mich zu fragen, ob ich wieder hinfahren würde. Meine Antwort darauf ist, dass ich wohl lieber wieder zu einer COP fahren würde, als in die – very busy – Stadt Dubai zu kommen. Mit Blick in die nahe Zukunft wird es wohl anders kommen. Die nächste COP findet übrigens in Baku statt.

Solltet ihr nun auch Lust darauf bekommen haben, mit uns ähnliche Abenteuer zu erleben, so lade ich euch gerne ein, mit mir Kontakt aufzunehmen. Der Impact Hub Tirol unterstützt Startups nicht nur in seiner Community-Arbeit oder in Programmen, sondern arbeitet auch in individueller Arbeit mit Ventures zusammen.  Falls ihr mehr Infos dazu haben wollt: Ihr erreicht mich unter alex.auer@impacthub.net oder +43 664 65 28 633

Euer Alex.

In diesem Blogpost teilt Stefanie, Marketing Managerin bei Tree.ly, ihre Erkenntnisse zur Bedeutung von „Net-Zero“ und der Rolle von Unternehmen im Klimaschutz. Dabei wird klar, warum John Muirs Worte, „Between every two pines is a doorway to a new world,“ für sie von besonderer Relevanz sind und wie diese Perspektive unseren Blick auf die Zukunft verändert.

Der Klimawandel ist eines der drängendsten Probleme unserer Zeit. Die steigenden Temperaturen, verheerenden Naturkatastrophen und die Bedrohung der globalen Ökosysteme erfordern Maßnahmen.

Tree.ly setzt sich für das Konzept von „Net-Zero“ ein: Das heißt, wir gehen einen innovativen Weg, um aktiv zur Lösung der Klimakrise beizutragen. Unser Ansatz besteht darin, zertifizierte Klimaschutzprojekte in Wäldern zu entwickeln, bei denen regionale Unternehmen die wichtigen Ökosystemdienstleistungen unserer Wälder finanziell unterstützen können. Die erzielten Einnahmen fließen direkt zurück in die Wälder, um sie klimaresilienter zu gestalten und für kommende Generationen zu bewahren. (Quelle: WWF)

Was ist Net-Zero und warum ist es wichtig?

Net-Zero zielt darauf ab, Treibhausgasemissionen möglichst auf Null zu reduzieren und alle verbleibenden Emissionen durch beispielsweise Ozeane oder Wälder der Atmosphäre zu entziehen.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eindeutig: Um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern, muss die globale Temperaturerhöhung auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden. Derzeit ist die Erde bereits etwa 1,1 Grad Celsius wärmer. Um die globale Erwärmung unter 1,5 Grad Celsius zu halten, müssen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 45% reduziert werden und bis 2050 muss Net-Zero erreicht werden. Diese Ziele wurden im Pariser Klimaabkommen von 193 Staaten und der Europäischen Union unterzeichnet.

Die Bedeutung von wissenschaftsbasierten Zielen: SBTi

Um Unternehmen bei der Umsetzung von Net-Zero-Zielen zu unterstützen, spielt die Science Based Targets Initiative (SBTi) eine entscheidende Rolle. SBTi bietet Unternehmen umfassende Instrumente, um wissenschaftsbasierte Klimaziele festzulegen, die den Übergang zu Net-Zero ermöglichen. Der Net-Zero-Standard bietet eine klare Definition von Netto-Null-Zielen, um Verwirrung und Greenwashing zu vermeiden.

Wie Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Professor für Erdsystemwissenschaften an der Universität Potsdam, betont: ‚Der Net-Zero-Standard bietet Unternehmen einen klaren Leitfaden darüber, wie sie ihre Netto-Null-Pläne mit der wissenschaftlichen Erkenntnis in Einklang bringen können, was in diesem entscheidenden Jahrzehnt für den Klimaschutz nicht verhandelbar ist. Denn uns läuft die Zeit davon.'“ (Weitere Informationen & Quelle: SBTi)

Das Beitragsmodell als effektiver Ansatz für Net-Zero

Das herkömmliche Kompensationsmodell sieht vor, dass Unternehmen ihre CO2-Emissionen durch Projekte ausgleichen, die Treibhausgase reduzieren. Dies ist ein wichtiger Schritt, aber allein nicht ausreichend. Das Beitragsmodell geht einen Schritt weiter, indem Unternehmen aktiv bestrebt sind, Emissionen in erster Linie zu vermeiden und zu reduzieren. Dies kann durch Maßnahmen wie Energieeffizienzsteigerungen, verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien, Förderung nachhaltiger Beschaffung und weitere umweltfreundliche Initiativen erreicht werden.

Bei Tree.ly ist eine Klimabilanz bei Unternehmen eine grundlegende Voraussetzung. So können wir sicherstellen, dass tatsächlich etwas konkretes für den Klimaschutz getan wird. Dieses Engagement für Nachhaltigkeit und Klimaschutz ist ein Schlüsselmerkmal des Beitragsmodells, das Unternehmen auf ihrem Weg zu Net-Zero unterstützt.

Der Weg zu Net-Zero

Unternehmen müssen ihre Klimastrategien überdenken, umsetzen und kommunizieren. Eine transparente Kommunikation über Ziele und Maßnahmen ist entscheidend, um Greenwashing zu vermeiden und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen. Unternehmen haben eine bedeutende Rolle im Kampf gegen die Klimakrise und sollten ihre Verantwortung wissenschaftsbasiert wahrnehmen. Dieser Weg zum „Net-Zero“ ist ein effektiver Ansatz, um die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen:

 

Schritt 1: Berechne die Emissionen für deine gesamte Wertschöpfungskette

Berechne einen genauen Jahresbericht über die gesamten emittierten Treibhausgase von deinem Unternehmen. Anhand dieser Berechnung kann dein Unternehmen erkennen, woher der Großteil der Emissionen stammen, wie sich dein Unternehmen insgesamt auf das Klima auswirkt und wo die Emissionen gesenkt werden können.

Bei der Berechnung deiner Emissionen musst du deine gesamte Wertschöpfungskette betrachten, nicht nur deine direkten Emissionen. Es gibt einen zunehmenden regulatorischen Druck (um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen), die Verantwortung für Scope-3-Emissionen zu übernehmen, d.h. für die THG-Emissionen deiner vor- und nachgelagerten Emissionen in der Wertschöpfungskette. Das kann enorme Kosten verursachen und du solltest schon heute Maßnahmen ergreifen, um diese zu messen und zu minimieren.

Schritt 2: Reduziere die Emissionen in deiner gesamten Wertschöpfungskette

Nachdem du deine Gesamtemissionen berechnet hast, besteht der nächste Schritt darin, alle klimaschädlichen Emissionen zu reduzieren. Um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen, müssen wir die globalen Treibhausgasemissionen bis 2030 halbieren und bis spätestens 2050 auf Netto-Null reduzieren. Beginne mit der Reduzierung der Scope-1– und 2-Emissionen, um deine jährlichen Emissionen sofort zu senken.

Als nächstes empfehlen wir dir, das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Scope 3 zu bewerten und gezielte Maßnahmen zur Verringerung dieser Emissionen zu ergreifen. Wie z.B. die Auswahl neuer Partner, basiert auf deren Treibhausgasemissionen, um die bestehenden Partner in der Wertschöpfungskette zu ermutigen, ihre Treibhausgasemissionen zu verringern.

Schritt 3: Übernimm die finanzielle Verantwortung

Nachdem du deinen Reduktionsplan aufgestellt hast, besteht der nächste Schritt darin, einen Beitrag zu Klimaschutzprojekten zu leisten. Langfristiges Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 komplett klimaneutral zu werden. Jedoch wissen wir, dass es bis dahin leider noch einige Zeit dauern wird. Beginne in der Zwischenzeit mit der Finanzierung von Klimaschutzprojekten, um Verantwortung zu übernehmen und die CO₂-Bilanz deines Unternehmens zu verbessern („Geld für die Tonne„).

Die Verwendung des „Phase-in“-Ansatzes, um die volle finanzielle Verantwortung für die verbleibenden Treibhausgasemissionen zu übernehmen, ist der effizienteste Weg für dein Unternehmen, die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Laut WWF solltest du damit beginnen, für jede Tonne Scope 1 und 2 CO₂e-Emissionen 100 € zu berechnen und Spende diesen Betrag an ein hochwertiges Klimaschutzprojekt deiner Wahl.

Klimaprojekte, die sich mit der Krise des Klimawandels, dem Verlust der biologischen Vielfalt und einer ungerechten Entwicklung befassen, sind Faktoren, die du bei der Auswahl des richtigen Projekts beachten solltest. Die Projekte, für die sich dein Unternehmen entscheidet, sollten sowohl naturbasierte Lösungen als auch technologische Innovationen umfassen, die einen messbaren Nutzen für das Klima bringen.

Schritt 4: Förderung des Klimabewusstseins

Der letzte Schritt: Klimabefürwortung. Investiere in die Klimabefürwortung, um ein vorteilhaftes regulatorisches Umfeld sowohl für das Klima als auch für dein Unternehmen zu schaffen. Diese zusätzlichen Investitionen sollten den vier Grundsätzen folgen: global/lokal sensibel, konsequent wissenschaftlich fundiert, unabhängig finanziert und kompromisslos transparent sein. Wenn du diese Richtlinien befolgen kannst, kannst du dich wirksam für das Klima einsetzen, vertrauensvoll kommunizieren und den Klimawandel eindämmen.

Warum sollten Unternehmen Net-Zero anstreben?

Die Verpflichtung zum Net-Zero ist nicht nur eine ethische Verpflichtung, sondern bietet auch zahlreiche Vorteile für Unternehmen (Quelle: Carbon Trust):

  • Erhöhung der Glaubwürdigkeit und Aufwertung des Markenimages.

  • Stärkung der Innovationsfähigkeit zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen.

  • Steigerung der Anpassungsfähigkeit an potenzielle zukünftige Vorschriften.

  • Aufbau eines wachsenden Vertrauens bei Investoren.

Wälder als globale Klimahelden: Wald-Klimaschutzprojekte mit Tree.ly

Tree.ly entwickelt eine digitale Plattform, die Waldbesitzer:innen mit umweltbewussten Unternehmen verbindet. Wir begrüßen die Net-Zero-Denkweise, da sie perfekt mit unserer Mission übereinstimmt: Statt lediglich den Kauf von Nachhaltigkeitszertifikaten zu fördern, setzen wir auf freiwillige Beiträge, die nachhaltige Forstwirtschaft unterstützen. Warum? Weil wir glauben, dass wahre Klimaschutzmaßnahmen weit über den Kauf von Kohlenstoffzertifikaten hinausgehen.

Unsere Helden: Die Waldbesitzer:innen

Unsere Mission bei Tree.ly ist es, Wälder widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Dabei arbeiten wir eng mit den eigentlichen Heldinnen und Helden unserer Arbeit zusammen: den Waldbesitzer:innen. Durch die Unterstützung unserer Projekte erhalten sie Einnahmen, um gezielt Maßnahmen umzusetzen, die den Wäldern helfen, sich an die veränderten Bedingungen des Klimawandels anzupassen, das Ökosystem zu schützen und die CO₂-Sequestrierung zu fördern.

Zusammenfassung

Der Weg zu Net-Zero erfordert ein entschlossenes Engagement von Unternehmen, um echte Veränderungen im Kampf gegen den Klimawandel zu bewirken. Indem sie vom Kompensationsmodell zum Beitragsmodell übergehen, klare Ziele setzen, nachhaltige Praktiken implementieren und transparent über ihren Fortschritt berichten, können Unternehmen zu Klimahelden werden und eine nachhaltigere Zukunft für alle gestalten.

Möchtest du mehr darüber erfahren, wie Tree.ly Unternehmen auf dem Weg zu Net-Zero unterstützen kann?

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