Impact Acceleration Programm

Kurz nach unserer Entscheidung, Teil des weltweiten Impact Hub Netzwerkes zu werden, haben wir uns nach einem passenden Angebot in unserer Region umgesehen. Bereits einige Monate zuvor kam Alex Koll, der damalige Leiter der Werkstätte Wattens und heutige Vorstand unseres Trägervereins, auf Jana und Alex zu, um über eine Kooperation zu sprechen. Die Werkstätte Wattens war zu diesem Zeitpunkt mit ihrer Mission, Innovationen am Standort Wattens zu ermöglichen und vielversprechende Projekte anzusiedeln, einigermaßen erfolgreich. Es stellte sich die Frage, ob man sich weiterhin auf Wachstum, Wachstum, Wachstum konzentrieren oder sich irgendwann die Frage stellen sollte, welche Form von Wachstum und welche Projekte man unterstützen möchte. So saßen wir eines Tages im “Talschluss” der Werkstätte Wattens. Alex Koll, Viko, die damalige Program und Community Managerin der WW, Jana, Alex und Charly und seine Frau Lisa, die beide in den letzten Jahren bereits Programme in Indien, Wien und Hawaii gestartet hatten. Nach 2-3 weiteren Treffen war die Idee und das Konzept von pioneer:impact geboren. Mit dem ersten Accelerator-Programm im Westen Österreichs, das sich speziell die Förderung von Startups mit sozialem und ökologischem Mehrwert zum Ziel gesetzt hat, versuchen wir seither, Tirol als Vorzeigebeispiel für impactgetriebenes Unternehmer:innentum zu etablieren.

Als einer von sechs europäischen Hubs hatte der Impact Hub Tirol die Möglichkeit, am ersten Circo Train-the-Trainer Programm für Impact Hub Maker teilzunehmen. Zentraler Bestandteil des T2T Programms war die Durchführung eines Circo Online Trainings mit 12 Unternehmen aus verschiedenen Impact Hubs. Alex und Simon, die für uns an dem Training teilgenommen haben, haben sich für Strofeld und Aeoon entschieden und konnten über mehrere Wochen an der Zirkularität der beiden Unternehmen arbeiten.  Am Ende entstand eine Win-Win-Win-Win-Situation: Circo konnte seine Methode in Österreich weiter skalieren und der Impact Hub Tirol ist nun auch der Circo Austria Hub, das Impact Hub Netzwerk konnte seine Stärke als enges Netzwerk unter Gleichgesinnten zeigen, Alex und Simon konnten ihre Fähigkeiten um die Circo Methode erweitern und natürlich das Wichtigste: Strofeld und Aeoon konnten neue Ideen und bestehende Ansätze zum Thema Kreislaufwirtschaft entwickeln, vertiefen und umsetzen.

Die Fuck Up Night steht für ehrliches Unternehmer:innentum, bei dem Scheitern nicht als Misserfolg, sondern als Learning gilt. Offen, ehrlich und persönlich ist es, was die Fuck Up Nights immer schon ausgemacht hat. Im März 2024 kam es zur Begegnung vom Impact Hub Tirol und dem Organisations Team der Fuck Up Nights Tirol. Schnell wurde klar: uns verbindet das gleiche Mindset, wenn es darum geht, offen und ehrlich vom Scheitern und daraus gewonnenen Erkenntnissen zu berichten. Drei enge Mitglieder des Impact Hubs; Laura Gruber, Engin Dogan und David Plaseller, erklärten sich sofort bereit, als Speaker auf der Bühne zu stehen. Sie begeisterten den bis auf den letzten Stuhl ausverkauften Saal mit ihrem Witz, ihren Emotionen und der reflektierten Art und Weise, wie sie impact-orientiertes wirtschaften betreiben.

Nicht nur Wissen und Inspiration wird im Impact Hub geteilt. Manchmal wird auch gemeinsam angepackt und so entstand das Kleidertauschevent “Tausch dich glücklich” als gemeinsame Initiative von Uptraded und wert.voll.vegan. Das Impact Startup Uptraded ist eine second-hand Kleidertauschapp, die sich zum Ziel gesetzt hat Fashion zu revolutionieren. Als pioneer:impact Alumni ist Gründerin Anna und ihr Team von Uptraded Community Mitglied der ersten Stunde. Sie hat schon Co-Founder im Hub gefunden und ist hier auch auf Anna von wert.voll.vegan gestoßen, mit der sie dann gemeinsam und mit Unterstützung des Impact Hubs ein Kleidertauschevent organisierte, an dem über 200 begeisterte Menschen dabei waren und über 1.000 Kleidungsstücke getauscht wurden. 

Basti und Alicia – Mitglieder der ersten Stunde – haben von Beginn an mitgestaltet. Sie haben sich in der Impact Hub Community kennengelernt und sind vereint in einer Expertise über Community Building. Die beiden haben schon mehrfach in der Praxis vorgelebt, was in der Theorie oft so schön mit “von der Community für die Community” bezeichnet wird. Genauso geschah es bei den Newcomer Drinks. Gemeinsam mit dem Impact Hub Team entwickelten sie im Herbst 2023 ein neues Format. Seitdem werden vierteljährlich alle neuen Member eines Quartals bei Getränken und Falafel willkommen geheißen. Darüber hinaus mündet der Abend im Offers & Needs Market, einem Format, in dem sich die neuen Mitglieder nicht nur besser kennenlernen, sondern auch teilen, worin sie Bedürfnisse haben, und was sie gerne Teilen wollen. Ob es sich dabei um materielles oder immaterielles Gut handelt, ist ganz egal. Gewiss ist jedoch, dass dieses Format seitdem nur auf positive Resonanz stößt und fester Bestandteil unseres Eventkalenders ist.

“Von der Community für die Community” – davon lebt der Impact Hub Tirol. So bot im Mai 24 Nathalie Tumler, Alumna von dem Accelerator Programm pioneer:impact ein 2 tägiges Public Speaking Training für alle Mitglieder an. Viele hatten sie bereits bei einem der Stammtische kennengelernt und wussten daher welche Erfahrung sie als Gründerin von Hestia aber auch als Trainerin und Coach mitbrachte. Zwei Tage lang übten, diskutierten und lachten die Teilnehmende über ihr Auftreten und lernten nicht nur viel darüber, wie sie ihren Pitch, ihr Networking oder ihre Präsenz – Skills verbessern konnten, sondern tauchten tief in ihr future self ein. Von Ausstellungen in Paris, neuen Unternehmen und neuen Lebensmittelpunkten war einiges dabei. Am Ende gingen die Teilnehmenden aber vor allem mit neuen Freundschaften und viel neuer Energie aus dem Training heraus. 

Unsere Community verbindet einiges – unter anderem die vollen Terminkalender von jedem und jeder einzelnen. Nichts desto trotz hat sich auch im Herbst 23 wieder ein Großteil unserer Community Mitglieder Zeit genommen für unseren Kick-off. Gemeinsam ging es zu Fuß auf die Umbrüggler Alm. Schon auf dem Weg dorthin wurde spürbar, was uns verbindet und antreibt. Kaum ein Gespräch blieb oberflächlich und so waren, oben angekommen, alle im perfekten Mindset, um in die Planung der Zukunft des Impact Hub zu gehen. Volle Flipcharts, neue Begegnungen und konkrete Wünsche waren nur einige der Outcomes. Jene Outcomes begegnen das Impact Hub Team in ihrer alltäglichen Arbeit regelmäßig. So bleibt Co-Creation ein lebendiges Element und community-zentrierte Entwicklung ein Grundstein des Impact Hub Tirols. 

AM PULS ist seit 2021 Tirols Forum für soziale Innovation. Raus aus der Blase! Bei dieser 1,5-tägigen Veranstaltung treffen sich Innovationsbegeisterte aus dem Sozialen Sektor, Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft, Kirche und Öffentlichkeit und tauschen sich aus, lassen neue Innovationen und Projekte entstehen und suchen Inspiration. Sie bekommen Impulse von erfolgreichen Innovationen, aber auch von gescheiterten Versuchen. Und sie bereichern sich in interaktiven Workshops rund um relevante Fragestellungen und Herausforderungen mit hohem Praxisbezug. 2019 rief Bischof Hermann Glettler AM PULS Tirol ins Leben mit dem Grundgedanken, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen einzuladen, um gemeinsam über soziale Innovationen in Austausch zu treten. In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Forum gemeinsam mit dem Impact Hub zu einer Veranstaltung weiter, die breit von verschiedensten Organisationen aus Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft getragen wird und so dauerhaft zu einem starken Baustein der Innovationszene Tirols werden soll.

Etablierte Organisationen wie SOS-Kinderdorf unterliegen mit ihren Angeboten aufgrund sich ständig verändernder gesellschaftlicher Herausforderungen einem stetigen Wandel. Innovation ist ein wichtiger Treiber, um als NGO relevant zu bleiben, die Kooperationen mit neuen Netzwerken und unterschiedlichen Zielgruppen daher unerlässlich. Aus diesen Anforderungen heraus hat sich SOS-Kinderdorf mit uns in einer strategischen Partnerschaft seit 2021 zusammengeschlossen. Als Impact Hub können wir unsere Expertise im Innovationsmanagement, bei operativen Innovationsprojekten rund um Impact und Social Business Themen einbringen. Als ständiges Mitglied im Innovationsteam von SOS-Kinderdorf können in einem gelebten hybriden Arbeitsmodell die unterschiedlichen Welten zusammen fließen. Daraus entstehen vielfältige Synergien, wenn es darum geht, neue Innovationsprojekte wie Pathfindr zu unterstützen, gemeinsame Events wie SKIL zu veranstalten oder auch gemeinsam mit dritten Partnern landesweite Förderanträge für Innovation und Impact aufzusetzen. Das alles für eine positive Zukunft von Kindern und Jugendlichen!   

Neue Geschäftsmodelle und Konzepte für einen nachhaltigen Tourismus? Im Auftrag und in gemeinsamer Konzeption mit der Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) wurde ein Konzept zum Aufbau einer Gruppe von Young Leaders in Tirol erarbeitet. 

“Etablierung eines innovativen Netzwerks mit einer neuen Generation von Pionier*innen im Tourismus, die mit ihren Tourismusbetrieben neue Wege gehen. Nachhaltig. Mit Impact. Zukunftsfähig.“ Im Rahmen eines ersten Workshops mit führenden, großteils jungen Hoteliers, wurden mit unserer Moderation konkrete Handlungsfelder auf den Ebenen VERGANGENHEIT – GEGENWART – ZUKUNFT diskutiert und in einem co-kreativen Prozess für die weiteren Schritte auf Betriebsebene definiert.  

REPS ist ein von Alfons Huber gegründetes Energie Startup, das es sich zum Ziel gemacht hat, den Bereich Energy Harvesting zu revolutionieren. Nach 3 Jahren Forschung war das neu gegründete Unternehmen Teil des ersten Batches von pioneer:impact. Danach konnte es sich noch erfolgreich für die Teilnahme und das Preisgeld von Greenstart, einem Startup-Programm vom Impact Hub Vienna qualifizieren. Direkt nach dem Abschluss von pioneer:impact ging der Impact Hub Tirol mit REPS einen Kooperationsvertrag ein, der sicherstellt, dass REPS langfristig auf die Expertise aus dem Impact Hub Team und des Netzwerkes zurückgreifen kann. Nach erfolgreicher Fördermittelakquise für die Kooperation steht Alex dem Team von REPS bis zu 15 Stunden wöchentlich zur Verfügung, um dem Team bei der weiteren Entwicklung des Geschäftsmodells, bei der Fördermittelakquise und -Abrechnung und beim Fundraising zu helfen. 

Das Rote Kreuz Tirol trat Anfang 2023 an uns heran, um gemeinsam mit dem Führungsteam der Landesorganisation einen Prozess zur partizipativen Entwicklung einer  Nachhaltigkeitsstrategie aufzusetzen. In 4 Monaten konnte der Impact Hub unter Leitung seiner Nachhaltigkeits- und Innovationsexperten Johannes Völlenklee und Martin Hörtnagl einen partizipativen Prozess umsetzen. Die Moderation und inhaltliche Ausgestaltung wurde mit unseren eigens entwickelten Analysetools zur Nachhaltigkeitsvision effizient und niederschwellig mit dem Projektteam des RKT umgesetzt. Das Ergebnis ist eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie 2030, mit einem Bündel an konkreten Projekten und Maßnahmen, die in einem partizipativen Prozess und mit wichtigen Feedbackschleifen erarbeitet wurden. Die finale Präsentation vor Publikum und ein umfassendes Dokument (Strategie 2030 Rotes Kreuz Tirol – Rotes Kreuz) und eine Landingpage auf der Website geben der Strategie auch die nötige Transparenz und Öffentlichkeit.   

In der Corona-Krise haben sich psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen deutlich verstärkt. Um darauf zu reagieren, haben wir uns mit SOS-Kinderdorf zusammengetan und mittlerweile 2 Inkubation Programme gestartet! Im Online-Ideencamp und im folgenden Inkubator ‚Psychische Gesundheit‘ wurden Lösungen zur Prävention und Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen entwickelt. In einem co-kreativen Prozess mit Expert:innen sowie Kindern und Jugendlichen haben wir die dringendsten Challenges im Bereich psychischer Gesundheit definiert. Über 4 Monate wurden 8 Social Business Projekte von der ersten Idee bis zum Prototyp (MVP) begleitet. Mit Pathfindr konnte ein Projekt besonders überzeugen und ist heute als Angebot von Rat auf Draht auch Teil von SOS-Kinderdorf.​

Frauen* in der Startup-Welt sind nach wie vor mit vielfältigen Diskriminierungen konfrontiert. So gingen im Jahr 2022 immer noch 90% der Finanzierungen an rein männliche Gründerteams – obwohl gender-diverse Teams nachweislich etwa 20 Prozent profitabler und nachgewiesen resilienter sind*. Um Frauen* im Unternehmer:innentum aktiv zu unterstützen, zu fördern und zu vernetzen, veranstalten wir seit Januar 2022 in Zusammenarbeit mit StartUp Tirol und der Standortagentur Tirol**  den Female Empowerment Stammtisch. Diese monatliche Veranstaltungsreihe bietet inspirierenden Frauen* aus verschiedenen Bereichen eine Plattform, um ihre persönlichen Erfahrungen, ihren Werdegang, ihre Berufe, Lebenseinstellungen und Learnings zu teilen. Ziel ist es, Frauen* auf ihrer individuellen wie auch ihrer unternehmerischen Reise zu stärken und zu inspirieren.

Die Veranstaltung bietet nicht nur spannende Keynotes, sondern auch Raum für Austausch und Inspiration in einer entspannten Atmosphäre. Zielgruppe sind dabei Personen, die sich für die Themen Female Entrepreneurship & Leadership interessieren, selbständig gründen möchten oder bereits Unternehmer:in, Führungskraft oder Manager:in sind, und auf der Suche nach einer starken Community. In den ersten zwei Jahren haben bereits etwa 700 Teilnehmer:innen am Stammtisch teilgenommen. 

*https://www.derstandard.de/story/2000139228039/frauen-gehen-leer-aus-finanzierungen-fuer-start-ups-weiterhin-dem 

** Hinweis: Bis September 2023 durften wir den Stammtisch mit Startup.Tirol und der Werkstätte Wattens als Partner:innen veranstalten.