AM PULS ist seit 2021 Tirols Forum für soziale Innovation. Raus aus der Blase! Bei dieser 1,5-tägigen Veranstaltung treffen sich Innovationsbegeisterte aus dem Sozialen Sektor, Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft, Kirche und Öffentlichkeit und tauschen sich aus, lassen neue Innovationen und Projekte entstehen und suchen Inspiration. Sie bekommen Impulse von erfolgreichen Innovationen, aber auch von gescheiterten Versuchen. Und sie bereichern sich in interaktiven Workshops rund um relevante Fragestellungen und Herausforderungen mit hohem Praxisbezug. 2019 rief Bischof Hermann Glettler AM PULS Tirol ins Leben mit dem Grundgedanken, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen einzuladen, um gemeinsam über soziale Innovationen in Austausch zu treten. In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Forum gemeinsam mit dem Impact Hub zu einer Veranstaltung weiter, die breit von verschiedensten Organisationen aus Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft getragen wird und so dauerhaft zu einem starken Baustein der Innovationszene Tirols werden soll.

Etablierte Organisationen wie SOS-Kinderdorf unterliegen mit ihren Angeboten aufgrund sich ständig verändernder gesellschaftlicher Herausforderungen einem stetigen Wandel. Innovation ist ein wichtiger Treiber, um als NGO relevant zu bleiben, die Kooperationen mit neuen Netzwerken und unterschiedlichen Zielgruppen daher unerlässlich. Aus diesen Anforderungen heraus hat sich SOS-Kinderdorf mit uns in einer strategischen Partnerschaft seit 2021 zusammengeschlossen. Als Impact Hub können wir unsere Expertise im Innovationsmanagement, bei operativen Innovationsprojekten rund um Impact und Social Business Themen einbringen. Als ständiges Mitglied im Innovationsteam von SOS-Kinderdorf können in einem gelebten hybriden Arbeitsmodell die unterschiedlichen Welten zusammen fließen. Daraus entstehen vielfältige Synergien, wenn es darum geht, neue Innovationsprojekte wie Pathfindr zu unterstützen, gemeinsame Events wie SKIL zu veranstalten oder auch gemeinsam mit dritten Partnern landesweite Förderanträge für Innovation und Impact aufzusetzen. Das alles für eine positive Zukunft von Kindern und Jugendlichen!   

Das Rote Kreuz Tirol trat Anfang 2023 an uns heran, um gemeinsam mit dem Führungsteam der Landesorganisation einen Prozess zur partizipativen Entwicklung einer  Nachhaltigkeitsstrategie aufzusetzen. In 4 Monaten konnte der Impact Hub unter Leitung seiner Nachhaltigkeits- und Innovationsexperten Johannes Völlenklee und Martin Hörtnagl einen partizipativen Prozess umsetzen. Die Moderation und inhaltliche Ausgestaltung wurde mit unseren eigens entwickelten Analysetools zur Nachhaltigkeitsvision effizient und niederschwellig mit dem Projektteam des RKT umgesetzt. Das Ergebnis ist eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie 2030, mit einem Bündel an konkreten Projekten und Maßnahmen, die in einem partizipativen Prozess und mit wichtigen Feedbackschleifen erarbeitet wurden. Die finale Präsentation vor Publikum und ein umfassendes Dokument (Strategie 2030 Rotes Kreuz Tirol – Rotes Kreuz) und eine Landingpage auf der Website geben der Strategie auch die nötige Transparenz und Öffentlichkeit.   

In der Corona-Krise haben sich psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen deutlich verstärkt. Um darauf zu reagieren, haben wir uns mit SOS-Kinderdorf zusammengetan und mittlerweile 2 Inkubation Programme gestartet! Im Online-Ideencamp und im folgenden Inkubator ‚Psychische Gesundheit‘ wurden Lösungen zur Prävention und Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen entwickelt. In einem co-kreativen Prozess mit Expert:innen sowie Kindern und Jugendlichen haben wir die dringendsten Challenges im Bereich psychischer Gesundheit definiert. Über 4 Monate wurden 8 Social Business Projekte von der ersten Idee bis zum Prototyp (MVP) begleitet. Mit Pathfindr konnte ein Projekt besonders überzeugen und ist heute als Angebot von Rat auf Draht auch Teil von SOS-Kinderdorf.​

Protect Our Winters hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Outdoorcommunity zu vernetzen und sich gemeinsam für mehr Klimaschutz einzusetzen. Aufklärung und Kooperation stehen dabei im Fokus. Lena Öller ist freie Journalistin und seit vier Jahren POW-Mitglied. Warum und was POW genau macht, erklärt sie in diesem Text.

Meine Motivation

Ich liebe es, dass ich meine Freizeit in der Natur verbringen kann. Dass ich die Berge durch verschiedene Sportarten hautnah erleben und sie durch die vorhandene Infrastruktur auch auf einfachem Weg nutzen kann. Und ich möchte, dass das auch so bleibt – dass auch künftige Generationen die Berge als Naherholungsraum nutzen können, dass Tourist:innen weiterhin gerne zu uns auf Urlaub fahren und dass es auch in Zukunft viele Jobs in diesem Bereich gibt, die es vielen Leuten ja überhaupt erst ermöglichen, in dieser wunderbaren Umgebung leben zu können. Seit meiner Kindheit sehe ich, welchen Stellenwert der Wintertourismus im Westen Österreichs einnimmt. Ohne die vielen Skigebiete und die dazugehörenden Betriebe, wie Sporthändler, Skischulen, Hotels und Restaurants, aber auch die liefernden Gewerke, gäbe es in vielen Orten keine ausreichende wirtschaftliche Grundlage, um den Menschen ihren heutigen Lebensstandard zu ermöglichen. Seit meiner Kindheit sehe ich aber auch die drastischen Veränderungen, die die Klimakrise und der Wunsch nach wirtschaftlichem Wachstum mit sich bringt. Wetterereignisse werden immer unberechenbarer und Extreme immer häufiger. Die Natur wird mehr und mehr verbaut, die Skigebiete expandieren – noch ein weiterer Speicherteich, noch eine breitere Piste, noch mehr Beton in den Berg – für im Endeffekt noch mehr Geld.

Ich glaube, es braucht hier ein Umdenken. Ich glaube, dass wir uns mehr dafür einsetzen sollten, das, was unsere Region besonders macht, zu bewahren. Das bedeutet, dass wir als Gesellschaft von jetzt an möglichst klimafreundlich handeln sollten und dass Entscheidungsträger:innen in Maßnahmen investieren müssen, die es uns leichter machen, nachhaltiger zu leben und im Endeffekt unseren Lebensraum und Wirtschaftsstandort langfristig sichern. Ich glaube, dass die Outdoorsportcommunity, allesamt naturverbundene Menschen mit vielen ähnlichen Interessen, einen enormen Einfluss auf Politik und Wirtschaft hat. Vor allem, wenn wir die Chance nutzen, uns zu vernetzen und gemeinsam mit anderen Stakeholdern an wirklichen Lösungen arbeiten. Protect Our Winters versucht genau das – und deshalb bin ich Mitglied.

INFO: 

Ursprünglich stammt die Bewegung “Protect Our Winters” aus den USA, wo sie im Jahr 2007 von der Snowboard-Legende Jeremy Jones gegründet wurde. Sein Ziel war es von Beginn an, der breiten Masse eine Möglichkeit zu bieten, sich im Klimaschutz zu engagieren – und so ein Umdenken im Tourismus, der Wirtschaft und der Gesellschaft zu bewirken. Mittlerweile gibt es POW weltweit, neben dem 2014 gegründeten Chapter in Österreich finden sich in neun anderen europäischen Ländern POW-Ableger, zudem gibt es POW Europa als Dachorganisation. 

Wie POW arbeitet

Um mehr Menschen für den Klimaschutz zu gewinnen, arbeiten wir bei POW in verschiedenen Allianzen zusammen. Die Athlete Alliance, bestehend aus Profi-Sportler:innen verschiedener Bergsport-Disziplinen, trägt durch ihre Bekanntheit die Botschaft von POW in die Welt hinaus. Gestützt wird diese Botschaft durch die Erkenntnisse der Science Alliance, ein Netzwerk von Wissenschaftler:innen, das Forschung zu den Themen Wintersport, Tourismus und Klimakrise betreibt. Die Creative Alliance hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Anliegen von POW durch Film und Fotografie näher an die Menschen zu bringen. Die neu gegründete Guides Alliance setzt sich aus aktiven Bergführer:innen sowie Ski- und Mountainbikeguides zusammen. Menschen, für welche die Berge nicht nur Leidenschaft, sondern auch fundamentale Grundlage ihres Berufs sind. Das Ziel: Offen über die Problematiken in ihrem Berufsfeld zu sprechen und Kolleg:innen sowie Kund:innen aufzuklären. 

Erdgespräche (c) Mitja Kobal_Greenpeace

Bildung und Workshops 

Um die Problematik der Klimakrise und ihre Zusammenhänge mit Wirtschaft und Tourismus auch für junge Menschen greifbar zu machen, haben wir das „Hot Planet – Cool Athlete“ Programm entwickelt. Freiwillige aus den jeweiligen Regionalteams werden dabei von aktiven Athlet:innen in Schulen begleitet, um mit Kindern und Jugendlichen einen interaktiven Klimaworkshop durchzuführen. Es gilt dabei, junge Menschen sowohl für den Outdoorsport, als auch Klimaschutz zu begeistern. Für Oberstufler und Erwachsene bieten POW-Volunteers auch Climate Fresk Workshops an.

Klimaworkshop (c) Mia Maria Knoll

Schwerpunkt Mobilität 

Einer der größten Hebel, um den Bergsport schnell umweltfreundlicher zu machen, ist die Mobilität. Rund 70% der Emissionen eines durchschnittlichen Skitages entstehen alleine bei der Anreise. POW will daher alle Stakeholder dazu animieren, das Angebot der öffentlichen Anreise deutlich zu verbessern. Außerdem setzen wir uns aktiv dafür ein, die Hürde zum Wechsel auf die Öffis zu senken.In Zusammenarbeit mit dem Verein Bahn zum Berg haben wir im vergangenen Jahr zwei Öffi-Tourenführer für Nordtirol herausgebracht, die als Hilfestellung und Inspiration dienen sollen. Weitere derartige Projekte in anderen Alpenregionen befinden sich derzeit in Arbeit.

Klimaschutz ist überparteilich

Gute Öffiverbindungen reichen aber nicht, um die Bedrohungen der Klimakrise in den Griff zu bekommen. Wir zeigen daher bei Podiumsdiskussionen sowie in Gesprächen mit Politiker:innen und der Wintersportindustrie vernünftige Rahmenbedingungen für eine klimafreundliche Ausübung des Winter- und Outdoorsports auf. Mit Kampagnen und Petitionen versuchen wir außerdem, die Klimakrise und die Forderungen von POW mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen. 

Bisherige Erfolge

Große mediale Aufmerksamkeit erzielte unsere Petition an den internationalen Skiverband FIS, in dem wir eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie forderten.  Auch das im Sommer 2023 durchgeführte Gletscherbegräbnis war ein voller Erfolg für die Organisation. POW Austria hat den größten Gletscher Österreichs symbolisch beerdigt, weil die Gletscherzunge der Pasterze schon bald abreißen und der Großteil dann nur mehr aus Toteis bestehen wird. Die Aktion fand in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen und Vertreter:innen der Kirche statt. POW-Geschäftsführer Moritz Nachtschatt erklärt unsere überparteiliche Herangehensweise so: „Klimaaktivismus findet oft in einer gewissen Bubble statt. Gemeinsame Aktionen wie das Gletscherbegräbnis zeigen auf, dass Klimaschutz aber ein Thema aller sozialen Milieus und politischen Richtungen sein sollte.“

Mir ist wichtig zu betonen, dass, auch wenn jeder in seinem Handlungsfeld sein Bestes gibt, man die Verantwortung einer globalen Krise nicht auf Einzelpersonen übertragen kann. Es ist daher wichtig, dass wir uns vernetzen und gemeinsam Missstände und Lösungen aufzeigen und dass die Politik durch gezielte Maßnahmen und Regulierungen ein System schafft, das klimafreundliche Investitionen und Verhaltensweisen erleichtert – und das Gegenteil davon sanktioniert.

Gletscherbegräbnis (c) Luca Jänichen

Werde aktiv: 

Wer sich ehrenamtlich (etwa mit Klimaworkshops oder redaktioneller Mitarbeit) bei POW engagieren möchte, kann sich gerne bei meinem Kollegen Danilo unter danilo@protectourwinters.at melden. Interessierte Athlet:innen aus allen Outdoorsportsektoren wenden sich bitte an meine Kollegin Manuela, die unter  manu@protectourwinters.at erreichbar ist. 

Instagram: @protectourwintersaustria

Lena Jahn ist Psychologin, Sexualpädagogin und Mitbegründerin des Vereins safer spaces – Fachstelle für sexuelle Bildung und Gewaltprävention. Gemeinsam mit dem achtköpfigen Team verfolgt sie das Ziel, ein breites Angebot an sexueller Bildung und Gewaltprävention in Tirol und darüber hinaus zu schaffen. Lena ist vor allem in der Erwachsenenbildung tätig und versucht mit dem Projekt unzensiert! in der Erwachsenenarbeit Räume zu schaffen, um über Sexualität, Körperlichkeit und Beziehungen zu sprechen.

Sexuelle Bildung oder Sexualpädagogik – das sind Begriffe, die viele vermutlich mit „Sexualkundeunterricht“ für Kinder und Jugendliche an der Schule verbinden. Wenn wir in unserem Freund*innen- und Bekanntenkreis herumfragen, berichten die Leute oft von ähnlichen Abläufen in der Schule – wenn überhaupt Sexualkunde stattgefunden hat: Kondome über Bananen, Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und Schwangerschaftsverhütung – lange sah Sexualpädagogik genauso aus.

Doch sexuelle Bildung kann mehr! Denn sie entwickelt sich weg von einer reinen Prävention vor Gefahren (frühe Schwangerschaft, Geschlechtskrankheiten, Gewalt etc.) hin zur ganzheitlichen Auseinandersetzung mit Körper, Sexualität und Beziehungen. Dabei wirken Inhalte der sexuellen Bildung nicht nur auf individueller Ebene, sondern auch auf gesellschaftlicher und politischer Ebene. Wie ist das gemeint?

Individuelle Ebene

Ziel qualitativ hochwertiger sexueller Bildung ist es, Räume zu öffnen, in denen sich Menschen mit ihrer eigenen Identität, ihrem Körper, ihrer Sexualität und ihrer Art und Weise Beziehungen zu gestalten auseinandersetzen können. Viele Menschen unterliegen dem Mythos, Sexualität und Beziehungsgestaltung wäre eine angeborene Fähigkeit. Nein! Sexualität und Beziehungsgestaltungen sind zum großen Teil erlernt. Dabei lernen wir von Vorbildern, Medien, gesellschaftlichen Normen, eigenen Erfahrungen, etc. Aufgabe der sexuellen Bildung ist es, Menschen dazu zu befähigen, das Gelernte kritisch zu reflektieren, die Vielfalt der Möglichkeiten aufzuzeigen und damit die eigene Selbstbestimmtheit zu stärken. Dabei ist sexuelle Bildung ein lebenslanger Prozess, denn in jedem Lebensalter stehen wir vor neuen Fragen und Herausforderungen.

Doch wenn sexuelle Bildung so wichtig ist, warum herrscht vielerorts, vor allem aber auch in Tirol, ein Mangel an Angeboten zu Themen der sexuellen Bildung?

Gesellschaftliche Ebene

Wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft. Was bedeutet das? Das Patriarchat

beschreibt ein System von sozialen Beziehungen, maßgebenden Werten, Normen, Regeln und Verhaltensmustern, das von (cis) Männern geprägt, kontrolliert und repräsentiert wird.

Viele dieser Regeln zeigen sich als Diskriminierung. Das zu ändern ist schwierig, auch wenn viele Frauen und andere marginalisierte Personen schon lange dafür kämpfen. Einige Beispiele um dies zu verdeutlichen sind die Ungleichverteilung von Sorge- und Care-Arbeit, der Gender-Pay- Gap oder die enormen Zahlen der genderbasierten Gewalt, gipfelnd in der hohen Zahl der Femizide in Österreich[1].

Sexuelle Bildung, die auf Wissen und Reflexion basiert,  stellt sich gegen das Patriarchat, indem sie FLINTA*[2] Personen und ihre Positionen stärkt und damit den Zwang toxischer Geschlechterrollen sowie heteronormativer L(i)ebens- und Begehrensweisen aufbricht. Angesetzt im Kindesalter hat sexuelle Bildung  das Potenzial, bereits Kindern zu zeigen, wie vielfältig Identitäten, Sexualität, Körper, Beziehungen und Lebensweisen sein können und wie Menschen miteinander umgehen können, ohne die Grenzen des Gegenübers gewaltvoll zu überschreiten. Eine Disziplin, die sich gegen vorherrschende Normen einer Gesellschaft stellt, hat es nicht immer leicht. Das spiegelt sich auch auf politischer Ebene.

Politische Ebene

Sexuelle Bildung ist politisch. Warum? Zum einen wird Sexualität selbst beeinflusst durch gesellschaftlich-politische Einflüsse (Arbeitszeiten, Familienpolitik, Konsumgewohnheiten, Medien uvm.). Zum anderen nimmt Sexualität Einfluss auf die Politik (z.B. ist die rechtliche Gleichstellung von Homosexualität maßgeblich auf die Kämpfe queerer Menschen zurückzuführen). Sexuelle Bildung sollte für die politischen Ebenen von Sexualität sensibilisieren. So sollen Menschen dazu befähigt werden, in einer demokratischen Gesellschaft zu Themen wie sexualisierter Gewalt, Gleichstellung aller Geschlechter oder Rechte queerer Personen Stellung beziehen und handeln zu können. [3]

Workshopaufnahme ©saferspaces

Was bedeutet das nun?

Am Beispiel der sexuellen Bildung kann gezeigt werden, dass sich der Wirkmechanismus von Bildung nicht nur auf das  Individuum und seine Stärkung (Empowerment) beschränkt, sondern weitläufige Wellen im System schlägt. (Sexuelle) Bildung hat das Potenzial, das gesellschaftliche und politische System positiv zu verändern. Gleichzeitig bedarf es einiger Mühen, um gegen die vorherrschenden Restriktionen, Normen und Tabuisierungen der Gesellschaft anzukämpfen. Menschen, die in der (sexuellen) Bildung arbeiten, arbeiten immer in einem Spannungsfeld zwischen Individuum, Gesellschaft und Politik.

Als ich mir zu Beginn des Schreibprozesses Gedanken über dieses Thema gemacht habe, hatte ich den Wunsch, eine mögliche Utopie zu formulieren. Wie könnte eine (sexuell) gebildete Gesellschaft aussehen?

Gleichberechtigt und Queerfreundlich? Auf die Grenzen der Anderen und der Eigenen bedacht? Ohne struktureller und genderbasierter Gewalt? Oder zumindest weniger davon? Menschen, die über ihren Körper, ihre Bedürfnisse und Wünsche Bescheid wissen und diese kommunizieren können?

Das wünschen wir uns zumindest! Wir sind safer spaces – Fachstelle für sexuelle Bildung und Gewaltprävention. Über info@saferspaces.at  und der Telefonnummer +43677 61389261 könnt ihr uns erreichen und gemeinsam mit uns an dieser Utopie arbeiten 🙂

©saferspaces

Zum Weiterlesen:

  • Sexuelle Bildung und Queerfeministische Kämpfe – AEP informationen Nr.4 2023

  • Sexualität – Ein illustrierter Leitfaden – Meg-John Barker & Jules Scheele

  • Radikale Zärtlichkeit – Seyda Kurt

Fußnoten und Quellen:

[1] Im Jahr 2023 wurden laut Medienberichten bereits 28 Frauen ermordet, davon waren mutmaßlich 26 Femizide, und es gab 41 Mordversuche bzw. Fälle schwerer Gewalt an Frauen (vgl. Amnesty International).

[2] FLINTA* steht für Frauen, Lesben, Inter, Nichtbinär, Trans und Agender.

[3] Valtl, Karlheinz (2013): Sexuelle Bildung: Neues Paradigma einer Sexualpädagogik für alle Lebensalter. In: Schmidt, Renate-Berenike/ Sielert, Uwe (Hrsg.) (2013): Handbuch Sexualpädagogik und sexuelle Bildung. 2. erweiterte und überarbeitete Auflage. Weinheim und Basel: Beltz Juventa. S. 125-140.