Als einer von sechs europäischen Hubs hatte der Impact Hub Tirol die Möglichkeit, am ersten Circo Train-the-Trainer Programm für Impact Hub Maker teilzunehmen. Zentraler Bestandteil des T2T Programms war die Durchführung eines Circo Online Trainings mit 12 Unternehmen aus verschiedenen Impact Hubs. Alex und Simon, die für uns an dem Training teilgenommen haben, haben sich für Strofeld und Aeoon entschieden und konnten über mehrere Wochen an der Zirkularität der beiden Unternehmen arbeiten. Am Ende entstand eine Win-Win-Win-Win-Situation: Circo konnte seine Methode in Österreich weiter skalieren und der Impact Hub Tirol ist nun auch der Circo Austria Hub, das Impact Hub Netzwerk konnte seine Stärke als enges Netzwerk unter Gleichgesinnten zeigen, Alex und Simon konnten ihre Fähigkeiten um die Circo Methode erweitern und natürlich das Wichtigste: Strofeld und Aeoon konnten neue Ideen und bestehende Ansätze zum Thema Kreislaufwirtschaft entwickeln, vertiefen und umsetzen.
Nicht nur Wissen und Inspiration wird im Impact Hub geteilt. Manchmal wird auch gemeinsam angepackt und so entstand das Kleidertauschevent “Tausch dich glücklich” als gemeinsame Initiative von Uptraded und wert.voll.vegan. Das Impact Startup Uptraded ist eine second-hand Kleidertauschapp, die sich zum Ziel gesetzt hat Fashion zu revolutionieren. Als pioneer:impact Alumni ist Gründerin Anna und ihr Team von Uptraded Community Mitglied der ersten Stunde. Sie hat schon Co-Founder im Hub gefunden und ist hier auch auf Anna von wert.voll.vegan gestoßen, mit der sie dann gemeinsam und mit Unterstützung des Impact Hubs ein Kleidertauschevent organisierte, an dem über 200 begeisterte Menschen dabei waren und über 1.000 Kleidungsstücke getauscht wurden.
Neue Geschäftsmodelle und Konzepte für einen nachhaltigen Tourismus? Im Auftrag und in gemeinsamer Konzeption mit der Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) wurde ein Konzept zum Aufbau einer Gruppe von Young Leaders in Tirol erarbeitet. “Etablierung eines innovativen Netzwerks mit einer neuen Generation von Pionier*innen im Tourismus, die mit ihren Tourismusbetrieben neue Wege gehen. Nachhaltig. Mit Impact. Zukunftsfähig.“ Im Rahmen eines ersten Workshops mit führenden, großteils jungen Hoteliers, wurden mit unserer Moderation konkrete Handlungsfelder auf den Ebenen VERGANGENHEIT – GEGENWART – ZUKUNFT diskutiert und in einem co-kreativen Prozess für die weiteren Schritte auf Betriebsebene definiert.
REPS ist ein von Alfons Huber gegründetes Energie Startup, das es sich zum Ziel gemacht hat, den Bereich Energy Harvesting zu revolutionieren. Nach 3 Jahren Forschung war das neu gegründete Unternehmen Teil des ersten Batches von pioneer:impact. Danach konnte es sich noch erfolgreich für die Teilnahme und das Preisgeld von Greenstart, einem Startup-Programm vom Impact Hub Vienna qualifizieren. Direkt nach dem Abschluss von pioneer:impact ging der Impact Hub Tirol mit REPS einen Kooperationsvertrag ein, der sicherstellt, dass REPS langfristig auf die Expertise aus dem Impact Hub Team und des Netzwerkes zurückgreifen kann. Nach erfolgreicher Fördermittelakquise für die Kooperation steht Alex dem Team von REPS bis zu 15 Stunden wöchentlich zur Verfügung, um dem Team bei der weiteren Entwicklung des Geschäftsmodells, bei der Fördermittelakquise und -Abrechnung und beim Fundraising zu helfen.
Das Rote Kreuz Tirol trat Anfang 2023 an uns heran, um gemeinsam mit dem Führungsteam der Landesorganisation einen Prozess zur partizipativen Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie aufzusetzen. In 4 Monaten konnte der Impact Hub unter Leitung seiner Nachhaltigkeits- und Innovationsexperten Johannes Völlenklee und Martin Hörtnagl einen partizipativen Prozess umsetzen. Die Moderation und inhaltliche Ausgestaltung wurde mit unseren eigens entwickelten Analysetools zur Nachhaltigkeitsvision effizient und niederschwellig mit dem Projektteam des RKT umgesetzt. Das Ergebnis ist eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie 2030, mit einem Bündel an konkreten Projekten und Maßnahmen, die in einem partizipativen Prozess und mit wichtigen Feedbackschleifen erarbeitet wurden. Die finale Präsentation vor Publikum und ein umfassendes Dokument (Strategie 2030 Rotes Kreuz Tirol – Rotes Kreuz) und eine Landingpage auf der Website geben der Strategie auch die nötige Transparenz und Öffentlichkeit.
Martin Hörtnagl ist Experte für nachhaltige Entwicklung, zertifizierter Systemischer Teamcoach, Prozess- u. Unternehmensbegleiter. Er ist Mitglied und war Teil des Gründungsteams von Impact Hub Tirol, der weltweit größten Community für Impact Entrepreneurship. Darüber hinaus ist er als Bildender Künstler mit ökosozialen Themenstellungen tätig und verfügt eine über 20 jährige Erfahrung als erfolgreicher Unternehmer. Was macht dein Unternehmen, dein Start-up, deine Geschäftsidee wertvoll und einzigartig? Diese Frage mag zunächst komisch und schwierig erscheinen. Vielleicht denkst du zuerst an finanzielle Aspekte und dann darüber nach, was es bedeuten würde, dein Unternehmen aufzugeben und was du dabei verlieren könntest. Es wird schnell klar, dass der wahre Wert eines Unternehmens nicht nur in Zahlen und Bilanzen liegt, sondern auch in den Werten, die es verkörpert. Vielleicht ist es die Leidenschaft und Hingabe, mit der du jeden Tag an deinem Unternehmen arbeitest. Vielleicht sind es die loyalen Mitarbeiter, die mit dir durch dick und dünn gehen. Vielleicht sind es die Beziehungen zu Kunden und Partnern, die auf Vertrauen und Respekt basieren. Was auch immer deinem Unternehmen Wert verleiht, es ist wichtig, sich dessen bewusst zu sein und es zu schätzen. Denn letztendlich sind es diese Werte, die den wahren Erfolg deines Unternehmens ausmachen. Geld kann kommen und gehen, aber die Werte, die dein Unternehmen ausmachen, sind unersetzlich. Ich spreche aus Erfahrung! Als ich 2007 mit zwei Partnern ein Unternehmen gründete, hatte ich große Pläne. Ich war bereits seit 10 Jahren als Einrichter, Planer und Innenarchitekt tätig. Das neue Unternehmen sollte mir mehr Freiheiten für meine berufliche und persönliche Entwicklung bringen. Doch was als Nebengeschäft begann, entwickelte sich schnell zu einem sehr erfolgreichen Unternehmen mit Filialen, Großhandelsschiene und eigenen Produktlinien. Rückblickend waren wir damals von Werten wie Einzigartigkeit, Gewinnstreben, Kreativität und Bedeutung sehr getrieben. Als dann 2018 schwerwiegende Fehler im Geschäftsführerteam auftauchten, konnten wir sie nicht aus der Welt schaffen. Ein weiterer wichtiger Wert, „Vertrauen“, konnte nicht mehr hergestellt werden. Nach intensiven Verhandlungen beschlossen einer meiner damaligen Partner und ich, einem jahrelangen Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen und das Unternehmen zu verlassen. Der Ausstieg war hart, vor allem weil wir die Gemeinschaft verlassen mussten und die Mitarbeiter zurückließen. Aus dieser Erfahrung habe ich gelernt: Es lohnt sich umso mehr, sich bewusst mit den Werten und deren Bedeutung auseinanderzusetzen und sie aktiv zu leben. Gut möglich, dass wir diese harte Bruchlandung damals hätten verhindern können. Heute führen wir alle drei Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Haltungen und Wertvorstellungen. Als Unternehmenscoach mit den Schwerpunkten Unternehmenskultur und Nachhaltigkeit höre ich oft in Zusammenhang mit Unternehmenswerten Aussagen wie „Wir wissen doch, wofür wir stehen“ oder „Keine Zeit und Geld für solche Spielchen“. Ich glaube, dass viele Führungskräfte das Potenzial unterschätzen, das in einem klaren Wertesystem liegt. Dabei leben sie tagtäglich von und mit den Werten, ohne es vielleicht wirklich zu realisieren. Zudem sind auch klar formulierte Werte ein wichtiger Bestandteil und Quell für Handlungsfelder und Maßnahmen einer nachhaltigen Entwicklung und einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie. Studien zeigen, dass Arbeitnehmer und Kunden zunehmend Wert auf eine werteorientierte und verantwortungsbewusste Unternehmensführung legen. Unternehmen, die ihre Werte authentisch leben, können nicht nur die Bindung und Motivation ihrer Mitarbeiter stärken, sondern auch das Vertrauen und die Loyalität ihrer Kunden gewinnen. Die beliebtesten Unternehmenswerte Es ist ratsam, sich frühzeitig, am besten von Anbeginn sich mit den eigenen Werten und der Unternehmenskultur auseinanderzusetzen. Typische Situationen, in denen dies besonders sinnvoll ist, sind: • bei Neugründung (Start-up, Gründer:innen) einer Organisation oder eines Unternehmens, unabhängig von der Größe oder Art der Organisation. • wenn kein einheitliches Verständnis der zentralen Werte vorhanden ist und die Unternehmenskultur nicht transparent ist. • wenn zwar Werte existieren, diese jedoch nicht gelebt werden und kein wirksames Leitbild vorhanden ist. • wenn die Werte in schwierigen Situationen nicht standhalten oder Konflikte aufzeigen, dass sie nicht konsequent gelebt werden. Durch die gelebten Werte und das klare Leitbild können langfristige Erfolge erzielt werden: • Stärkung der Unternehmenskultur • Verbesserung der Zusammenarbeit und Kommunikation im Team • Steigerung der Motivation und Identifikation der Mitarbeiter:innen mit dem Unternehmen • Grundlage für eine erfolgreiche Branding- und Marketingstrategie • klar definierte Außenwirkung aller Stakeholder • besseres Verständnis für die eigenen Kunden-Zielgruppe • Orientierung für nachhaltige Entwicklung und in die Zukunft • Mitarbeiter:innen halten und binden (Employer Branding) Wertezuordnung Also, wenn du das nächste Mal darüber nachdenkst, was dein Unternehmen, Start-up, Verein oder Organisation wert ist, denke an die Werte, die es einzigartig und wertvoll machen. Denn am Ende des Tages sind es genau diese Werte, die den Unterschied und dein Unternehmen zu etwas ganz Besonderem machen! Martin Hörtnagl https://www.hoertnagl.com/